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Edusmildo Oidor

Aroma:gebrannte Mandeln, holzig-würzige Lakritznote, Karamel, süss
Geröstet für:Siebträger, Vollautomat
Land:Kolumbien
Region:Palmichal, Departamento de Cauca
Anbauhöhe:1'800 m ü. M.
Kaffeebauer:Edusmildo Oidor
Art:Coffea Arabica
Varietäten:Caturra, San Bernardo
Qualität:Excelso
Aufbereitung:Voll gewaschen
Ernte:2020
Haupternte:Oktober – Januar
  • 250g
  • 500g
  • 1000g
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Edusmildo Oidor

Das kleine Paradies in Kolumbien

«Edusmildo, ven aquí!» – schallt es über den Platz, das Dorf und in die Hügel hinauf – «el señor Patrik te está esperando!» Ich sitze hier in Palmichal, einem abgelegenen Weiler oberhalb von Inzá, und ich warte eben auf diesen Edusmildo, den man soeben lautstark über einen, mitten auf dem Dorfplatz stehenden Lautsprecher ausgerufen hat.

Wahrscheinlich ist er irgendwo in den Hügeln, und ich glaube nicht, dass er die Nachricht überhaupt hört, geschweige denn versteht, denn die Tonqualiät ist miserabel. Dennoch bleibt mir nichts anderes übrig als zu warten. Es herrscht eine friedliche Stimmung, ein Hund döst vor dem Kindergarten-Gebäude, Menschen schwatzen miteinander, aus dem Wald höre unterschiedlichste Vogelstimmen. Edusmildo will mir seine Plantage zeigen, seine Kaffeebohnen sollen von aussergewöhnlich guter Qualität sein und ich freue mich, ihn kennenzulernen. Ich geniesse die warmen Sonnenstrahlen.

Nach rund 20 Minuten kommt jemand auf dem Pferd aus dem Wald geritten – es ist Edusmildo!

Tatsächlich hat er die Nachricht gehört und nun kommt er strahlend auf mich zu. Wir begrüssen uns und machen uns schon bald auf den Weg. Diese befindet sich an einem ganz besonderen Ort und ist nur zu Fuss erreichbar.

Wir wandern vorbei an riesigen Baumfarnen, Waldbäumen und einer überwältigend vielfältigen Flora. Den Weg säumen unglaublich schöne bunte Blüten an mir unbekannten Sträuchern, unterschiedlichste, teilweise sehr intensive Düfte begleiten uns. Verschwitzt und überwältigt von dieser äusserst lebhaften und reichen Natur kommen wir auf rund 1850 Metern über Meer bei der Farm an.

Edusmildo zeigt mir mit stolz seine kleine Schattenplantage. Die rund 3000 Bäumchen wachsen in einer äusserst vielfältigen Umgebung auf. Ich sehe Leguminosen, Guayaba- und Zitrusfrüchte und Gemüsebananen. Es hat aber auch hohe Laubbäume wie Nogal und Aliso, und sogar Nadelbäume wie Fichten und ich glaube einen ein Duftbaum wie Eukalyptus zu erkennen. Sogar sein ganzer Gemüsegarten befindet sich bei seinen Kaffee-Bäumchen.

Die eine Hälfte von der Bäumchen gehört zur Varietät Caturra, einer natürlichen Mutation der Bourbon-Varietät, die andere Hälfte sind San Bernardo-Bäumchen, eine natürliche Mutation der Varietät Typica. Beide sind kleinwüchsig und sprechen gut auf den hoch gelegenen Anbau an. Daneben hat Edusmildo etwa 1000 Bäume der Varietät Tabi frisch angepflanzt, einer Kreuzung aus Híbrido de Timor und der Varietät Typica. Diese natürlichen, vielfältigen Verhältnisse schlagen sich im sehr guten Aroma dieses Kaffees nieder.

Der Trocknungs-Platz ist ein eingefasster Tunnel, welcher eine möglichst konstante Feuchtigkeit ermöglicht. Edusmildo hat mehrstöckige Holz-Betten gezimmert, auf welchen die Bohnen einlagig auf einem Maschendraht-Geflecht ausgestreut sind. So können sie optimal trocknen.

Ich bin von Edusmildos Arbeitsweise und seiner schönen Plantage sehr beeindruckt und ich entschliesse mich, Rohkaffee-Muster zu kaufen.

Zurück in der Rösterei konnten wir Schritt für Schritt ein sehr intensives, vielschichtiges Röstprofil herausarbeiten. Meine Freude war gross, all die beziehungsreichen Aromen aus Edusmildos Umgebung verdichtet in diesem einen Kaffee wiederzufinden. Wenn ich die Augen schloss, konnte ich schon fast wieder die Geräusche des kolumbianischen Waldes hören.